Do. 17.09
20:00, NOI Techpark
Flamenco sin Género(s), kuratiert von Esther Regueira Mauriz, untersucht die mutigsten Strömungen des zeitgenössischen Flamenco. Das Projekt präsentiert durch das Zusammenspiel von Tradition und Avantgarde Werke, die starre Kategorien und konventionelle Zuschreibungen hinter sich lassen. Flamenco wird hier als lebendige, randständige Kunst begriffen, die sich durch stetige, kritische Erneuerung auszeichnet.
Im Rahmen dieser Reihe präsentiert der NOI Techpark Bozen: Rocío Márquez mit Himno Vertical, Paula Comitre mit Après Vous, Madame und Los Voluble mit Flamenco Is Not A Crime.
Himno Vertical von Rocío Márquez
Himno Vertical ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der andalusischen Sängerin Rocío Márquez mit dem Gitarristen Pedro Rojas Ogáyar. Gemeinsam verwandeln sie das Requiem – traditionell die Messe zum Gedenken an die Verstorbenen – in ein Werk, das nicht nur das Ende, sondern ebenso den Anfang, das Werden und die Verwandlung feiert. Fernab der Vorstellung eines abgeschlossenen Werks und einer singulären Autorenschaft entfaltet sich das Projekt als kollektiver, vielstimmiger Resonanzraum: als Ritual des Abschieds und des Aufbruchs zugleich, als Zeremonie, die dazu einlädt, Leben und Tod nicht als Gegensätze, sondern als Teile einer fortwährenden Bewegung zu begreifen. Auf der Bühne schaffen die Stimme von Márquez und die Gitarre von Rojas Ogáyar einen intimen, immersiven Klang, in dem Improvisation und künstlerische Freiheit auf die tiefen Wurzeln des flamenco jondo treffen – durchzogen von Anklängen klassischer wie zeitgenössischer Poesie.
Après Vous, Madame von Paula Comitre
In den 1920er Jahren ist Paris das Zentrum der europäischen Avantgarde. Von dort aus macht Antonia Mercé, bekannt als „La Argentina“ (1890–1936), den Flamenco und den spanischen Tanz international bekannt. Mit ihrer Kunst prägt sie eine moderne Tanzsprache, die Tradition und Innovation verbindet. Mit Après vous, madame nähert sich die Tänzerin und Choreografin Paula Comitre diesem Erbe aus heutiger Perspektive. Die Aufführung versteht sich weniger als biografische Hommage denn als Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im Zentrum steht die Frage, wie die künstlerische Kraft und die Ideen von La Argentina bis heute nachwirken. Tanz, Musik und textile Installationen schaffen einen poetischen Raum aus Erinnerungen, Bildern und neuen Blickwinkeln. Bewegung, Klang und visuelle Elemente treten in einen intensiven Austausch und erzeugen eine Atmosphäre zwischen Geschichte und Gegenwart. So entsteht ein sensibles Werk, das die Lebendigkeit des Flamenco zeigt und seine stetige Erneuerung sichtbar macht.
Flamenco is not a crime von Los Voluble
Flamenco is not a crime ist ein audiovisuelles Performanceprojekt des andalusischen Brüderduos Los Voluble. Es verbindet Flamenco mit elektronischer Musik, Videokunst und politischer Remix-Kultur. Inspiriert von der Bewegung „Free Party Is Not a Crime“ knüpft das Projekt an frühere Arbeiten an, im Mittelpunkt stehen Themen wie gemeinsames Feiern, kultureller Austausch und die kreative Kraft des Remix. Mit Archivmaterial und Live-Videomontagen zeigen Los Voluble den Flamenco in einem neuen Zusammenhang. Sie verbinden ihn mit Musikstilen wie Gqom, Footwork, Experimental Dub, Grime und Reggaeton. So entsteht ein Flamenco, der offen für neue Einflüsse ist und Tradition mit Gegenwart verbindet. Flamenco is not a crime versteht Flamenco als lebendige Kunstform – offen, vielfältig und ständig im Wandel.
Das Ticket gilt für alle drei Vorstellungen.
Himno Vertical von Rocío Márquez
Dauer
45'
Auf der Bühne
Rocío Márquez und Pedro Rojas Ogáyar
Musikalische Komposition
Rocío Márquez und Pedro Rojas Ogáyar
Texte
Rocío Márquez, in Zusammenarbeit mit Carmen Camacho
Regie und Dramaturgie
Fran Torres
Bühnenbild, Kostüme und Choreografie
Roberto Martínez
Lichtdesign
Benito Jiménez
Ton
Javi Mora
Bühnenelemente
Antonio Godoy und Pablo Pujol
Produktion
Ernesto Novales und María Velasco
Eine Produktion von
DELIRIOYROMERO PRODUCCIONES SL
Mit Unterstützung von Agencia Andaluza de Instituciones Culturales, Junta de Andalucía
Mit Tourneeunterstützung von INAEM - Instituto Nacional de las Artes Escénicas y de la Música, Ministerio de Cultura
Après Vous, Madame von Paula Comitre
Dauer
45'
Regie, Choreografie und Originalidee
Paula Comitre
Dramaturgische und szenische Beratung
La Ejecutora · Fran Pérez Román und Julio León Rocha
Visuelle Künstlerin und Entwicklerin der aufblasbaren Bata de Cola
María Alcaide
Musikalische Komposition
Orlando Bass
Externer Blick
David Coria
Lichtdesign
Benito J. Jiménez
Gestaltung des Klangraums
Ángel Olalla
Kostümherstellung
Pilar Cordero
Bühnenbildrealisation
Marina Sanz und Paula Abao
Bau der Textilmaschine
Pablo Pujol
Künstlerische Leitung und Grafikdesign
Julio Ruiz
Fotografie
Manuel Naranjo Martell
Kommunikation
Surnames, Narradores Transmedia
Mit Unterstützung von
Andalusische Agentur für Kultureinrichtungen, Académie des Beaux-Arts de Paris
Tanz
Paula Comitre
Klavier
Orlando Bass
Licht
Benito J. Jiménez
Ton
Gaspar Leal
Produktion und Management
Manuel Pinzón, Thibault Pradet, Loïc Bastos (Bleu Prod)
Flamenco is not a crime von Los Voluble
Dauer
45'
Live-audiovisueller Remix
Los Voluble
Technische Koordination
Benito Jiménez
Eine Koproduktion von
Los Voluble und Telegrama Cultural
Info
Das Ticket gilt für alle drei Vorstellungen.
Image credits:
Mikael Anniset